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Ratgeber Kopfschmerzen

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Kopfschmerzen
Diagnose von Kopfschmerzen

Natürlich wissen die meisten Betroffene häufig selbst, ob sie an leichten oder starken Kopfschmerzen leiden, und ob sie ihre Art von Kopfschmerzen meist schnell in den Griff bekommen können. Eine ärztliche Diagnose wird für viele erst dann zum Thema, wenn die Kopfschmerzen trotz gezielter Einnahme von Medikamenten nicht gelindert werden können, oder über Tage anhalten, sodass sie den gesamten Tagesablauf beeinträchtigen.

Treten die Kopfschmerzen häufiger als einmal pro Monat und in starker oder lang anhaltender Form auf, sollte ein Arzt zurate gezogen werden. Die Therapie mit handelsüblichen Schmerzmitteln kann bei einigen Arten von Kopfschmerzen die Symptome noch verstärken bzw. bei übermäßiger Einnahme andere Arten von Kopfschmerzen hervorrufen oder Magenprobleme verursachen.

Diagnose von Kopfschmerzen

Obwohl Kopfschmerzen eine Art Volkskrankheit sind, sollte sich jeder Betroffene darüber im Klaren sein, dass Kopfschmerzen entweder aufgrund von körperlich biologischen Gründen entstehen, oder als Symptom einer anderen Erkrankung auftreten können. Natürlich gibt es Arten von Kopfschmerzen, die sich ganz offenkundig aus dem Verhalten des Einzelnen selbst begründen lassen, wie etwa Kopfschmerzen nach übermäßigem Alkoholgenuss, Schlaf- oder Flüssigkeitsmangel oder auch nach einem anstrengend stressigen Arbeitstag.

Generell weiß wohl jeder Betroffene selbst am besten, ob seine Art der Kopfschmerzen noch als „normal“ und „vorübergehend“ bezeichnet werden kann, oder ob es sich um eine starke und gleichermaßen beeinträchtigende Form von Kopfschmerzen handelt. In letzterem Fall sollte ein Arzt zurate gezogen werden, der eine fundierte Diagnose stellen kann.

Anamnesegespräch zur Diagnose von Kopfschmerzen

Für die Diagnose von Kopfschmerzen sind für den Arzt unterschiedliche Parameter interessant. So können bereits Angaben zur Dauer, Schmerzart und Häufigkeit der Kopfschmerzen erste Hinweise für die Diagnose geben. Auch die Krankengeschichte des Patienten, mögliche regelmäßige Einnahmen von Medikamenten oder die Begleiterscheinungen, nach denen es zu Kopfschmerzen kommt, können entscheidende Faktoren für die Diagnose sein.

Generell soll bereits die erste Diagnose des Arztes gemäß der IHS-Klassifikation erfolgen. Die Kopfschmerzklassifikation bietet nicht nur eine Auflistung der verschiedenen Kopfschmerzarten, sondern auch eine Art Checkliste, welche Symptome in welcher Häufigkeit bei den einzelnen Schmerztypen auftreten. So soll gewährleistet werden, dass mögliche Fehldiagnosen ausgeschlossen werden können. Die AWMF, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., hat bezüglich der Diagnose von Kopfschmerzen im September 2012 einen Leitfaden zur Diagnostik und apparative Zusatzuntersuchungen bei Kopfschmerzen herausgegeben, der weitere Empfehlungen zu Zusatzuntersuchungen nach dem Anamnesegespräch gibt.

Körperliche Untersuchung zur Diagnose von Kopfschmerzen

Laut der Leitlinie zur Diagnose von Kopfschmerzen der AWMF soll nach dem Anamnesegespräch eine körperliche Untersuchung des Patienten erfolgen. Dabei sollen mögliche Fehlstellungen der Halswirbelsäule, der Zähne oder des Kiefers ausgeschlossen und anhand bestimmter Klopf- und Drucktechniken eventuelle muskuläre Ursachen erkannt werden. Bringt auch diese körperliche Untersuchung keine weiterführende Erkenntnis bezüglich der Ursachen des Kopfschmerzes, erfolgt die weitere Diagnose anhand bildgebender apparativer Verfahren.

Bildgebende Verfahren zur Diagnose von Kopfschmerzen

Zur weiteren Diagnose oder bei Unklarheiten bezüglich der Ergebnisse der körperlichen Untersuchung kann der behandelnde Arzt weitere apparative Verfahren einsetzen:

  • Die Magnetresonanztomografie, kurz MRT, dient der detaillierten Darstellung des Gehirns und des umliegenden Gewebes im Hals- und Wirbelsäulenbereich.
  • Die Computertomografie, kurz CT, lässt die Knochenstruktur des Kopfes erkennen und zeigt mögliche Hämatome sowie Tumoren oder Thrombosen.
  • Die Elektroenzephalografie, kurz EEG, wird im Bereich der Kopfschmerzdiagnostik häufig bei Verdacht auf eine Epilepsie eingesetzt. Anhand der Hirnstrommessung können mögliche Unregelmäßigkeiten erkannt werden.
  • Röntgenuntersuchungen der Nasenneben- und Stirnhöhlen können eine Sinusitis erkennbar machen, das Röntgen der Halswirbelsäule dient der Untersuchung der knöchernen Strukturen im Wirbelbereich.

Weitere Untersuchungen zur Diagnose von Kopfschmerzen

Bei Verdacht auf eine Entzündung oder generell zum Ausschluss möglicher Mangelerscheinungen, die den Kopfschmerz auslösen könnten, erfolgt häufig eine Blutuntersuchung des Patienten. Vermutet der behandelnde Arzt eine Hirnhautentzündung, ist eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquors) notwendig. Das Nervenwasser wird im Bereich der Lendenwirbelsäule entnommen und anschließend im Labor auf Bakterien, Viren und andere Erreger untersucht.

Sabrina Mandel

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Kopfschmerzen treten in den ungünstigsten Situationen auf, sind manchmal heftig und stechend, teilweise dumpf und pochend, oder beeinträchtigen die Betroffenen gar über mehrere Tage. Statistiken zufolge sind in Deutschland rund 54 Millionen Menschen regelmäßig von starken Kopfschmerzen betroffen.

Laut der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, liegt die Anzahl der Kopfschmerzpatienten in den europäischen Ländern im Vergleich relativ hoch, jedoch sind Kopfschmerzen weltweit bekannt. Die Ursachen der meisten Arten von Kopfschmerzen sind nicht auf kulturelle oder soziologische Einflussfaktoren zurückzuführen, sondern haben scheinbar eine biologische Grundlage, die unabhängig von äußerlichen Gegebenheiten ist.

Oft ist die Ursache von vorübergehenden Kopfschmerzen eindeutig: Zu wenig Schlaf, Stress im Familien- oder im Arbeitsleben oder auch eine durchzechte Nacht mit übermäßigem Alkoholgenuss sind nur ein paar Beispiele, die die Entstehung von Kopfschmerzen als Folge mit sich bringen können. Man könnte sagen, dass die Entstehung solcher Kopfschmerzen eine Art „Quittung“ des Körpers ist, also ein eindeutiges Zeichen dafür, dass das körperliche Gleichgewicht aus den Fugen geraten ist.

Unter den Begriff Kopfschmerzen fallen jedoch über 200 verschiedene Arten des Schmerzes, die sich teilweise als eine Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung spezifizieren lassen, jedoch manchmal völlig unerwartet und ohne klaren Grund entstehen.

Therapie Kopfschmerzen

Fast jeder hat schmerzlindernde Präparate mit Azetylsalizylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen im Arzneischrank, und oft sind die Kopfschmerzen nach einmaliger Einnahme rasch wieder vergessen. Allerdings sollte die Einnahme von Medikamenten nicht zur Gewohnheit werden.

Bei starken oder länger anhaltenden Kopfschmerzen ist ein Arztbesuch unbedingt erforderlich, um nach einer fundierten Diagnose mit der passenden, auf den Kopfschmerz zugeschnittenen Therapie beginnen zu können. Die empfohlenen Dosierungen sind dabei streng einzuhalten.